Hyper-V Intune Lab in Azure erstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Florian Salzmann
- Veröffentlicht am 01 Dec, 2025
- Aktualisiert am 17 May, 2026
- 03 Mins read
- Microsoft Intune
Ich nutze oft eine Azure-basierte Hyper-V VM, um Intune Deployments, Preview-Features und reale Szenarien über verschiedene Tenants hinweg zu testen. Mit nested Virtualization erhalte ich eine vollständig isolierte Intune Lab Umgebung. Ausserdem kann ich sie bei Bedarf starten und stoppen, ohne meine Produktivsysteme anzufassen.
In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du dein eigenes Hyper-V Intune Lab in Azure aufbaust.
Am Ende hast du:
- Eine Azure VM mit nested Virtualization
- Einen voll funktionsfähigen Hyper-V Host innerhalb von Azure
- Ein internes DHCP + NAT Netzwerk
- Eine Windows 11 Test-VM, bereit für Intune- und Autopilot-Tests
Warum ein Hyper-V Intune Lab in Azure?
Hyper-V innerhalb einer Azure VM zu betreiben, gibt dir eine überraschend leistungsfähige und flexible Lab-Umgebung:
- Kosteneffizient: Du zahlst nur, während die VM läuft.
- Isolierte Tests: Kein Risiko für deinen produktiven Intune-Tenant.
- Multi-Tenant-fähig: Perfekt für Consultants und MVPs.
- Reale Simulation: Vollständiges Windows-Provisioning, Autopilot- und Policy-Tests.
- In Minuten zurückgesetzt: Jederzeit löschen und neu deployen.
Erwartete Azure-Kosten
Die Azure-Kosten hängen stark von Region und Laufzeit ab. Als grobe Orientierung gilt:
- Empfohlene Mindestgrösse: Standard D4s v5 oder D8s v5
- Preisspanne: ~CHF 0.20 – 0.50 pro Stunde (abhängig von der Region)
- OS-Disk: ~CHF 5–15 pro Monat
- Öffentliche IP: minimale Kosten
Wichtig: Deallokiere die VM immer, wenn du sie nicht brauchst. So vermeidest du unnötige Kosten.
Die richtige Azure VM wählen
Anforderungen für Nested Virtualization
Nicht jede Azure VM unterstützt nested Virtualization. Darum musst du die richtige VM beim Deployment auswählen. Das lässt sich im Nachhinein nicht mehr ändern.
Unterstützte SKU-Familien (Stand: Erstellung dieses Artikels)
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels werden folgende SKU-Familien unterstützt:
- D_v3
- Ds_v3
- Dv4
- Dsv4
- Ddv4
- Ddsv4
- E_v3
- Es_v3
- Ev4
- Esv4
- Edv4
- Edsv4
- F2s_v2 - F72s_v2
- FX4 - FX48
- M
- Mv2
Overview of the Azure Compute Unit - Azure Virtual Machines | Microsoft Learn
Wichtige Einschränkungen
- B-Series VMs werden NICHT unterstützt
- Du musst den Security Type Standard verwenden
- Du kannst nested Virtualization später nicht mehr aktivieren, ohne die VM neu zu deployen
Die Azure VM erstellen
- Melde dich im Azure Portal an
- Klicke auf Create a resource
- Suche nach Virtual Machine
- Wähle deine Subscription und Resource Group
- Konfiguriere die VM:
- Image: Windows Server 2022 oder Windows 11 Pro
- Size: D4s v5 oder grösser
- Security Type: Standard (NICHT Trusted Launch)
- Public IP: notwendig für den initialen RDP-Zugriff
- Konfigurierre Disks und Networking nach Bedarf
- Überprüfe die Angaben und erstelle die VM
Sobald das Deployment abgeschlossen ist, verbindest du dich per RDP mit deiner neuen Azure VM.
Hyper-V und DHCP aktivieren (Clean Setup)
Öffne PowerShell als Administrator und führe das folgende Provisioning-Skript aus.
Dieses Skript:
- installiert Hyper-V
- installiert DHCP
- erstellt einen internen virtuellen Switch
- konfiguriert NAT
- erstellt einen DHCP-Scope

- Führe den ersten Teil des Skripts aus. Nach der Eingabe von Y löst das einen sofortigen Neustart aus. Dieser Neustart ist notwendig, bevor du mit den nächsten Schritten fortfahren kannst.
# Install required Windows features
Install-WindowsFeature -Name DHCP, Hyper-V –IncludeManagementTools
# Enable Hyper-V feature using dism
dism /Online /Enable-Feature /FeatureName:Microsoft-Hyper-V /All
# Here you need to restart your VM

- Öffne PowerShell erneut (als Administrator)
# Define the name for the virtual switch
$switchName = "vSwitchIntDHCP"
# Create a new internal virtual switch
New-VMSwitch -Name $switchName -SwitchType Internal
# Create a new Network Address Translation (NAT) configuration for the virtual switch
New-NetNat –Name $switchName –InternalIPInterfaceAddressPrefix "10.1.97.0/24"
# Get the interface index of the virtual switch
$ifIndex = (Get-NetAdapter | ? {$_.name -like "*$switchName)"}).ifIndex
# Assign an IP address to the virtual switch
New-NetIPAddress -IPAddress 10.1.97.1 -InterfaceIndex $ifIndex -PrefixLength 24
# Add a DHCP scope for the virtual switch
Add-DhcpServerV4Scope -Name "DHCP-$switchName" -StartRange 10.1.97.50 -EndRange 10.1.97.100 -SubnetMask 255.255.255.0
# Set DHCP server options
Set-DhcpServerV4OptionValue -Router 10.1.97.1 -DnsServer 168.63.129.16
# Restart the DHCP server service
Restart-Service dhcpserver

- Das wars, Hyper-V ist jetzt bereit. Anschliessend stellen wir noch ein paar Grundeinstellungen ein.

Windows 11 VM erstellen
Deine erste Windows 11 VM erstellen
Jetzt erstellen wir unsere erste nested Test-VM.
Voraussetzungen
- Generation 2 VM
- Secure Boot aktiviert
- TPM aktiviert
- Minimum:
- 4 vCPU
- 8–12 GB RAM
- 64 GB Disk
Schritte
- Lade eine Windows 11 ISO von Microsoft herunter
https://www.microsoft.com/software-download/windows11 - Öffne den Hyper-V Manager
- Klicke auf New > Virtual Machine
- Wähle:
- Generation: Gen 2
- Memory: 8192 MB oder mehr
- Network: vSwitchIntDHCP
- Hänge die Windows 11 ISO an
- Aktiviere TPM in den VM-Einstellungen
- Starte die VM und installiere Windows wie gewohnt


Nach der Installation erhält die VM automatisch:
- eine IP-Adresse über DHCP
- Internetzugriff über NAT via den Azure Host
Autopilot- und Intune-Bereitschaft
An diesem Punkt verhält sich deine Windows 11 VM wie ein physisches Gerät:
- Sie hat vollen Internetzugriff
- Sie unterstützt TPM und Secure Boot
- Sie kann eingebunden werden in:
- Microsoft Entra ID
- Microsoft Intune
- Windows Autopilot
Jetzt kannst du:
- den Hardware-Hash erfassen
- ihn zu Intune hochladen
- ein Autopilot-Profil zuweisen
- die VM zurücksetzen und deinen kompletten Enrollment-Flow testen
Fazit
Mit diesem Setup hast du jetzt ein voll funktionsfähiges Hyper-V Intune Lab, das in Azure läuft. Es ermöglicht dir:
- Policies sicher zu testen
- Autopilot-Profile zu validieren (Self Deploy funktioniert nicht)
- Kundenszenarien zu simulieren
- reale Deployments zu demonstrieren
- mit Preview-Features zu experimentieren
Und das alles, ohne deine Produktivumgebung zu gefährden.
Für mich ist das eines der wertvollsten Tools für Intune Engineering und Validierung geworden.
Happy labbing.
